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Eine Denkfabrik für Voerde (archivierte Seite) (20.02.2008)

Presseschau vom 20.02.2008

VON ANGELIKA RITZKA

Voerde (RP) Wie soll Voerde im Jahr 2030 aussehen? Welche Entwicklung soll die Stadt oder einzelne ihrer Ortschaften nehmen? Fragen, auf die sich die Stadtverwaltung Antworten auch von den Bürgern selbst erhofft - im Rahmen einer groß angelegten Zukunftsplanung, die jetzt beginnt.

Die Gesellschaft vergreist. Die Geburtenrate sinkt. Auch die Stadt Voerde merkt die ersten Anzeichen des viel zitierten demografischen Wandels. „Wir verlieren Einwohner", sagt Bürgermeister Leonhard Spitzer. Und so wäre es nach Ansicht des Stadtoberhauptes prima, wenn Voerde die Bevölkerungszahl in den nächsten Jahrzehnten um die 40 000 halten kann.

Aber Abwarten und Tee trinken gilt ebenso wenig wie Bange machen: Die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung möchten nicht von einer Entwicklung überrollt werden, sondern sie rechtzeitig erkennen und gezielt gegensteuern. „Zukunftsentwicklung Voerde" heißt das Projekt, das Bürgermeister Leonhard Spitzer und Erster Beigeordneter Wilfried Limke auf ihrer Prioritätenliste ganz oben stehen haben. Sie wollen gezielt mit Blick auf „Voerde 2030" Zukunftsforschung betreiben, indem Entwicklungspotenziale im Stadtgebiet aufgedeckt werden. Das, so machten Spitzer und Limke gestern in einem Pressegespräch deutlich, sei nicht Sache der Verwaltung allein. Sondern die aller engagierten Voerder. Begleitet und moderiert werden soll die Zukunftsplanung von dem Frankfurter Raumplaner-Büro Stein und Schultz.

„Die Zukunft in Voerde hat bereits begonnen", sagt Wilfried Limke. Eine Entwicklung möchten die Verantwortlichen im Rathaus vermeiden: dass Voerde zu „Rollator-City" wird. „Wenn alle Kommunen darauf setzen, dass den Alten die Zukunft gehört, dann frage ich mich: Was ist mit den Jungen?", so der Erste Beigeordnete. Ein Ziel der Zukunftsplanung sei es, die Bedürfnisse aller Altersgruppen in der Stadtentwicklung zu berücksichtigen.

Deshalb sollen auch alle mitmachen. Neben Politik und Verwaltung gehören dazu Vertreter aus Wirtschaft, Landwirtschaft, Vereinen und Verbänden sowie möglichst alle Altersgruppen der Bevölkerung. Bereits jetzt versucht die Verwaltung über eine Befragung von Neubürgern und von Menschen, die innerhalb des Stadtgebietes umziehen, herauszufinden, wie Voerde gesehen wird.

Dass viele Voerder an den ab Sommer geplanten öffentlichen Workshops und Veranstaltungen teilnehmen werden, und Teil der Denkfabrik werden, davon ist Wilfried Limke überzeugt. „Hier in Voerde haben wir eine Bürgerschaft, die ein großes Interesse an der Entwicklung ihrer Stadt hat", sagt er. Sowohl Ideen für einzelne Ortsteile als auch fürs gesamte Stadtgebiet seien willkommen.

Das Zukunftsprojekt ist zunächst auf zwei Jahre angelegt. Wie viel sich die Stadt die Beteiligung des Frankfurter Büros kosten lässt, wollte Bürgermeister Spitzer nur mit einem „fünfstelligen Betrag" umschreiben. Das Geld sei gut angelegt. „Jeder", so sagt Wilfried Limke, „ist eingeladen, beizutragen, was wichtig ist für Voerde."

Quelle: www.rp-online.de, Rheinische Post Online vom 20.02.2008 - Mit freundlicher Abdruckgenehmigung der RP (Werner) vom 27.02.2008



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