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Altes und neues Rathaus

Bis 1983 arbeiteten die Mitarbeiter der Verwaltung in 6 verschiedenen Gebäuden - verteilt in mehreren Stadtteilen. Von „Bürgerfreundlichkeit" im Ablauf der Dienstgeschäfte konnte schon lange keine Rede mehr sein.

Nachdem die Neuordnungsgesetze des Landtages im Jahre 1974 Klarheit darüber brachten, daß die ursprünglich mit der Auflösung bedrohte Gemeinde Voerde nun doch ihre Selbständigkeit behalten würde, mußte umgehend Abhilfe geschaffen werden. In überzeugender Einmütigkeit beschloß der Gemeinderat nach den Kommunalwahlen 1975 den Bau eines neuen Rathauses.

Es sollte im Mittelpunkt des Gemeinwesens am Markt in Voerde errichtet werden. Daß alle Anforderungen auch eine überschaubare Zukunft, Berücksichtigung finden mußten, war dabei eine selbstverständliche Planungsüberlegung. Die Erhebung der Gemeinde Voerde in den Status einer Stadt gab dem Vorhaben einen zusätzlichen Auftrieb. Somit erfolgte am 16. Mai 1981 der 1. Spatenstich. Die Mitarbeitern konnten dann Mitte November 1983 in das neue Rathaus in der Stadtmitte einziehen.

Rathaus Voerde - Kunst am Bau

Es gehört zu den traditionellen Aufgaben einer Stadt, bei der Erstellung öffentlicher Bauten im angemessenen Rahmen Kunst einzuplanen. Naheliegend war es, die großen Fensterflächen in der „guten Stube" des Rathauses, im Sitzungssaal, für eine künstlerische Gestaltung vorzusehen. Bei der Auswahl unter Entwürfen verschiedener einheimischer Künstler fiel die Entscheidung auf den Dinslakener Glasplastiker und Maler Horst Mölleken.

Er selbst äußert sich zu den gestalteten Fenstern in etwa so: „Das mit den Rathausfenstern aufgegebene künstlerische Problem war für mich von größtem Reiz, da ich über das Material „Glas" Lichteffekte in den verschiedensten Varianten zu erreichen versuche. Die Gestaltung sollte aber auch thematisch und sinnbildlich einen Bezug zur Stadt Voerde schaffen. Während des Arbeitsprozesses entstand dann die Idee, die vorherrschenden Faktoren dieser Region, Naturlandschaft, Landwirtschaft und Industrie stilisiert für die Gestaltung zu nutzen. So habe ich versucht, einerseits das Fließen des Rheins durch Auen und über stehende Gewässer und andererseits die diesen Raum prägende Kulturlandschaft - Stadt und Industrie - in eine lichtgeprägte Linien- und Flächenstruktur umzusetzen. Die von mir gestaltete Glaswand hat Symbolcharakter. Sie soll daran erinnern, daß sich zwischen unterschiedlichsten menschlichen Positionen ständig Bezüge bilden, hier symbolisiert durch die sich lichtabhängig formenden Bilder der Fensterwand."

Den Ausführungen des Künstlers sei noch zugefügt: Von außen läßt sich die künstlerische Gestaltung der Ratssaalfenster nur unter bestimmten Lichtbedingungen betrachten. Jedem Interessierten kann nur geraten werden, sich im Raum selbst - möglichst bei verschiedenen Lichtverhältnissen - vom Kunstwerk einen Eindruck zu verschaffen.

Von dem Voerder Maler und Grafiker Julius Seifert stammen die beiden Glasfenster am Ende der Flure im ersten Stockwerk. Auf einem Fenster erinnern das Wappen der Stadt Voerde und die Wappen der Stadtteile an die Geschichte der Gemeinde und Stadt und mahnen Rat, Verwaltung und Besucher, in der Tradition stehend die Zukunft zu gestalten. Auf dem anderen Fenster soll durch das Wappen des Distrikts Alnwick die Partnerschaft mit dieser Region in England und den Zusammenhang damit, die ständige Pflicht zur Verständigung und Frieden in Bewußtsein gerufen werden und durch das Wappen der Patenstadt Krickerhau die Tatsache, daß die Bürger der Stadt Voerde ihrer Herkunft nach sehr verschieden sind und trotzdem gemeinsam ihre Heimatstadt prägen.

Für die Eingangshalle im Erdgeschoß hat die Friedrichsfelder Künstlerin Inge Limburg ein „Keramisches Großrelief" geschaffen. Sie beschreibt das Werk so: „Thema: Individuelle Bewegung - erhabene Vielfalt - gebildet aus handgeschlagenen Großkacheln mit modellierten Auflagenarbeit, deren Oberfläche -z.T. rau belassen, z.T. geglättet verarbeitet- unterschiedliche, materialgerechte Motive trägt und in Doppelreihe um die undekorierte, glattflächige, ruhige Mittelzone gesetzt sind. Charakter: Erdgebundener Ausdruck, wie Aufbruch, Rotation, Reife, Addition usw. Eine optisch interessante Arbeit, den ersten Blick der Aufmerksamkeit fordernd und zu verweilendem Betrachten einladend mit dem Gedanken, schöpferische Freude verständlich und übertragbar zu machen. Zu entdecken wird sein die individuelle Bewegung der Form im Zusammenschluß zu einem Ganzen, übertragbar auf Individuum und Gemeinwesen.

Foto vom alten Rathaus

Foto vom neuen Rathaus
Foto vom neuen Rathaus

Fenster mit Wappen der Stadt Voerde, der Stadtteile und des Distrikts Alnwick
Fenster mit Wappen der Stadt Voerde, der Stadtteile und des Distrikts Alnwick

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