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Grußwort Übergabe Rathausplatz

Der große Besucherandrang auf dem Markplatz zur Eröffnungsfeier am 13.05.2017 führte dazu, dass die Rede des Bürgermeisters nicht alle in einer ausreichenden Akustik erreicht hat. Daher wird die Rede hier allen Interessierten zur Verfügung gestellt.

Einweihung Marktplatz Voerde 

Rede des Bürgermeisters zur Einweihung des Marktplatzes Voerde am Samstag, 13.05.2017 zum Tag der Städtebauförderung (es gilt das gesprochene Wort)

 

Liebe Voerder Bürgerinnen und Bürger,

meine sehr geehrten Damen und Herren!

 

Zur feierlichen Eröffnung und Übergabe des neu gestalteten Rathausplatzes in Voerde begrüße ich Sie herzlich!

Wir feiern dieses Ereignis am bundesweiten Tag der Städtebauförderung, an dem sich nach meiner Recherche 456 Städte und Gemeinden, vielfach mit mehreren Projekten beteiligen.

Der Tag der Städtebauförderung soll – so Bundesministerin Barbara Hendricks – zeigen, wie Städtebauförderung das Lebens-, Arbeits- und Wohnumfeld in den Städten positiv verändert. Es handelt sich sozusagen um eine Leistungsschau der vielfältigen Möglichkeiten und Projektideen. Wir sind stolz, dass wir uns mit unseren Projekten, die Voerde ein anderes Bild gegeben haben, daran beteiligen können.

Ich freue mich sehr, dass Sie mit Ihrer Teilnahme zum einen die Wirkung der Städtebaumaßnahmen anerkennen und zum anderen dem für unsere Stadt wichtigen Projekt der Rathausplatzgestaltung die entsprechende Resonanz und Würdigung verleihen.

Einige unserer Besucher und Gäste möchte ich besonders begrüßen:

  • Ich begrüße unseren Landtagsabgeordneten Norbert Meesters, der trotz der morgigen Landtagswahl statt letzter Wahlkampfauftritte nach Voerde gekommen ist. Lieber Norbert, herzlich willkommen!
  • Ebenso begrüße ich die Vertreter der Fraktionen des Voerder Stadtrates
  • Vom Büro Landschaft planen und bauen aus Dortmund begrüße ich Herrn Neidhardt
  • Und ich begrüße die Kolleginnen und Kollegen aus dem Rathaus, die an diesem Projekt beteiligt waren.

Meine Damen und Herren,

die Neugestaltung des Rathausplatzes in Voerde ist eines der Schlüsselprojekte, das im Rahmen des Zukunftsprozesses VOERDE2030 entwickelt wurde.

Mit diesem Prozess soll die Attraktivität des Kernbereichs der Stadt Voerde weiter gesteigert werden. Bauliche Projekte aus den Bereichen Städtebau und Freiraumplanung wurden ebenso umgesetzt wie ein Marketing- und Aktivierungskonzept (zum Beispiel die Plakataktion „Gute Gründe“).

Die vielfältigen Maßnahmen erfolgen auf Grundlage eines integrierten Handlungskonzeptes „Lebendige Innenstadt Voerde“ für das Städtebaufördermittel aus dem Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ aktiviert werden konnten.

Von 2011 bis 2016 hat die Stadt Voerde für verschiedene Maßnahmen bereits ca. 1,60 Millionen Euro Fördergelder aus Bundes- und Landesmitteln aus der Städtebauförderung erhalten:

  • Passage Tillmannsweg/Verbindung Bahnhofstraße
  • Chill-Fläche am Teichacker
  • Helmut-Pakulat-Park - Fertigstellung
  • Schlossgärten am Haus Voerde
  • Vorburg (Bodendenkmal) am Haus Voerde
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Gutachterverfahren Marktplatz
  • Rathausplatzumgestaltung

Das sind 70% der Gesamtkosten, so dass der Eigenanteil der Stadt 30% beträgt.

Innerhalb des Gesamtprojekts wurde ein Verfügungsfonds eingerichtet, aus dem verschiedene Maßnahmen mit privater Beteiligung umgesetzt werden können. In 2017 ist die Umsetzung gestartet, erste Maßnahmen sind bereits umgesetzt, zum Beispiel die Multimediawand am neuen Rathausplatz. Mit Mitteln von Privatleuten (Architekturbüro Neunziggrad) unter Unterstützung mit Städtebaufördermitteln im Rahmen des Verfügungsfonds wurde ein „Rhein-Monitor“ an der Immobilie Rathausplatz 22 installiert. Eine Webcam liefert ein Live-Bild von der aktuellen Situation am Rheinkilometer 800 in Götterswickerhamm in die Innenstadt. Hierzu wurde an der Gaststätte „Zur Arche“ eine Outdoor-Webcam installiert. Die Wand eignet sich auch zu Werbezwecken oder einem Public Viewing bei der Übertragung von Sportveranstaltungen.

Ich möchte Ihnen nun einige Details und konzeptionelle Hintergründe zum neu gestalteten Rathausplatz vorstellen:

Mit unserem gemeinsamen Spaziergang vom Rhein in die Innenstadt wurde das Leitmotiv der Neugestaltung des Platzes ins Bewusstsein gerückt. Bisher konnte die exponierte Lage Voerdes am schönen Niederrhein von hier aus nicht wahrgenommen werden. Unsere Stadt nennt sich zwar „Voerde (Niederrhein)“, aber sichtbar wird dies nur von unserem Startpunkt des Spaziergangs in Götterswickerhamm beziehungsweise bei einem Spaziergang über den Rheindeich.

Die Festlegung auf dieses Motto ist das Ergebnis einer sehr breiten und intensiven, dialogorientierten Beteiligung der Voerder Bürgerinnen und Bürger. Die Konzepte und Entwürfe, die im Rahmen eines öffentlichen Wettbewerbs eingereicht wurden, wurden im Rathaus in mehreren Stufen  intensiv vorgestellt und diskutiert. Die Bürgerinnen und Bürger hatten die Möglichkeit Fragen zu stellen, zu diskutieren und ihre Anregungen in den weiteren Prozess einzubringen. Auf der Grundlage eines einhelligen Vorschlags einer eingesetzen Jury hat dann der Stadtrat im Jahr 2014 den Entwurf „Rheinkilometer 800“ des Büros „Landschaft planen und bauen“ aus Dortmund als Sieger ausgewählt und den Auftrag zur Umsetzung des Konzeptes erteilt.

Durch verschiedene Elemente wird die Lage Voerdes am Rhein und der Einfluss des Rheins auf die Stadt symbolisiert:

  • Die „Nebelstraße“ auf dem Platz zeichnet den Verlauf des Rheins in Voerde, den man sonst nur aus der Vogelperspektive kennt, nach.Nach festgelegten Zeiten und Dauern steigt ein Sprühnebel auf, der in den Sommermonaten eine Kühlung verschafft und hoffentlich den Kindern viel Spaß bietet. GWN und die Wasserversorgung Voerde haben den Anschluss für die Wasserversorgung der Nebeldüsen kostenfrei erstellt. Ich danke dafür Herrn Creutzburg von der Wasserversorgung Voerde, den ich ebenfalls recht herzlich begrüße.
  • Weit sichtbar ist der Pegelstab, der über LED-Leuchten den aktuellen Wasserstand auch in der Mitte der Stadt erlebbar macht. Die theoretische Höhe des Rheinpegels bedingt zwangsläufig sein imposantes Erscheinungsbild. Er hat es in kurzer Zeit schon zu einer gewissen Berühmtheit gebracht, denn er zierte bereits wenige Tage nach seiner Aufstellung als Motto einen Karnevalswagen beim Voerder Karnevalszug. Es kursieren Gerüchte, dass dieser „kleine Bruder“ nun im Büro unseres Technischen Beigeordneten Herrn Limke steht!
  • In großen Zahlen ist auf dem Platz die Position Götterswickerhamms im Rheinverlauf, der KM 800, gut sichtbar.
  • Als weiteres Element laden die „Floßbänke“ zum Aufenthalt ein. Sie symbolisieren, wie in früheren Zeiten der Rhein als Wasserstraße genutzt wurde.
  • Selbstverständlich ist der neue Platz komplett barrierefrei und mit Leitborden für sehbehinderte Menschen ausgestattet.
  • Für Radfahrer wurden zusätzliche Fahrradabstellmöglichkeiten geschaffen.
  • Nicht unmittelbar als Element des Wettbewerbs, aber dennoch stimmig eingefügt in das Gesamtbild des Platzes wurde vor einigen Tagen der innogy-Bücherschrank eingeweiht. Er wurde sofort von den Voerder Bürgerinnen und Bürgern angenommen und dient nicht nur als „Bücher-Tauschbörse“, sondern lädt die Leserinnen und Leser auch ein, auf den Bänken zu verweilen und zu lesen. Auch die Kleinen kommen durch ein eigenes Regal mit Kinderbüchern auf ihre Kosten.
  • Neben dem Bücherschrank hat Innogy auch die Ladesäulen für Elektro-PKW und E-Bikes gesponsert. Übrigens steht der PKW-Stellplatz bis auf weiteres auch für PKW mit Verbrennungsmotoren zur Verfügung. Wenn die Aufladenutzung deutlich steigt, behält sich die Stadt eine ausschließliche Nutzung durch Elektro-PKW vor.

Einweihung Marktplatz Voerde

Meine Damen und Herren,

ein stark diskutiertes Thema ist die getroffene Entscheidung, dass der Marktplatz jetzt autofrei ist.

Ich bin vielfach darauf angesprochen worden, ebenso geht es vielen Ratsmitgliedern. Dabei werden häufig die Verknappung der Stellplätze und dadurch entstehende Engpasssituationen thematisiert. Andere Stimmen sprechen aber auch davon, dass der Platz nun endlich auch der Funktion eines Platzes der Begegnung und Kommunikation gerecht werden kann. Man sieht, man kann es nicht allen Recht machen.

Lassen Sie mich aber auf die Stellplatzsituation kurz eingehen.

Wenn angemerkt wird, dass durch das Parkverbot auf dem Platz insbesondere an Markttagen und hier vorwiegend Freitags die freien Parkplätze knapp werden, muss festgestellt werden, dass auch früher an Markttagen der Platz autofrei war. Sonst hätte ja der Markt gar nicht stattfinden können. Darüber hinaus sind an der Westseite des Platzes im Vergleich zur früheren Situation einige Stellplätze hinzugekommen.

Und entgegen sich hartnäckig haltender Gerüchte steht auch das Parkdeck noch für die Besucher der Innenstadt zur Verfügung.

Ich kann Ihnen aber versichern, dass die Stadt mit der Revitalisierung der Altimmobilie, die ich lieber als „Potenzialimmobilie“ bezeichne, auch in Erwägung zieht, abhängig vom Nutzungskonzept die Errichtung weiterer Stellplätze zu ermöglichen.

Die Diskussion über die Parkplätze und auch über die gestalterischen Elemente des Platzes war zu erwarten – so ist das immer, wenn öffentliche Infrastruktur gestaltet wird, auch dann, wenn die Entscheidung von breiten Mehrheiten im Stadtrat getragen wird.

Es bleibt aber ebenso festzustellen, dass das Angebot einer intensiven Bürgerbeteiligung im Vorfeld nicht alle erreicht bzw. auch zur aktiven Beteiligung motiviert, und das sind häufig diejenigen, die sich nun kritisch äußern. Ich kann daher für zukünftige Projekte nur alle ermuntern und auffordern, sich frühzeitig einzubringen, denn nur dann besteht sie Chance des kritischen und konstruktiven Dialogs. 

Meine Damen und Herren,

ich bin fest davon überzeugt, dass der Stadtrat der vorherigen Ratsperiode mit der Auswahl dieses nun realisierten Gestaltungsvorschlags eine gute Entscheidung getroffen hat. Mit dem Thema Rhein wird ein großer Image- und Standortfaktor unserer Stadt in den Vordergrund gestellt. Dies wird verbunden mit einer modernen und klaren gestalterischen Linie.

Bereits die ersten 2 warmen Tage in dieser Woche sowie die sichtbare Belebung des Wochenmarktes durch zusätzliche Angebote zeigen, dass  der Platz seiner Funktion als Ort des Handels, der Begegnung, der Kommunikation und des Verweilens sehr gut gerecht wird. An dieser Stelle danke ich den Markthändlern, dass sie unserer Stadt während der Bauphase zwischen Ende August und Ende März die Treue gehalten haben. In meinen Gesprächen mit den Markthändlern zeigten sich alle sehr zufrieden mit der Gestaltung und mit der zusätzlichen Stellfläche, die nun breitere Gänge ermöglicht.

Mein Dank gilt auch den umliegenden Gewerbetreibenden, dass sie der Verwaltung trotz der baustellenbedingten Auswirkungen mit Geduld und Verständnis begegnet sind.

Und erkennbar wird auch, dass die Neugestaltung eine Impulswirkung auf die „Potenzialimmobilie“ auslöst, wie sich Rat und Verwaltung dies erhofft haben.

Ich freue mich sehr, dass die Eheleute Zimmermann die Impulse dieses Platzes als erste erkannt haben und unbedingt mit der Einweihung des Platzes den Umzug des „Weinschmeckers“ vollziehen wollen und ihr neues Lokal unter einem neuen Namen, der das Motto des Platzes aufgreift, an diesem Standort eröffnen.

Liebe Frau Zimmermann, lieber Herr Zimmermann, eine bessere Bestätigung der Entscheidung der Stadt zur Platzumgestaltung hätten wir uns nicht wünschen können! Herzlich willkommen im Zentrum der Stadt!          

Die Verwaltung hat alle Hebel in Bewegung gesetzt, um Sie in Ihrem ehrgeizigen Vorhaben zu unterstützen, damit alles zeitgerecht fertig wird.

Und, meine verehrten Damen und Herren,

ich kann Ihnen ebenfalls versichern, dass wir mit gleichem Ehrgeiz und mit gleicher Geschwindigkeit jede weitere Entwicklung in und an der Immobilie unterstützen werden. Die Eigentümer sind herzlich aufgefordert und eingeladen, die Potenziale des neuen Platzes ebenfalls für sich zu nutzen.

Abschließend danke ich den vielen Helferinnen und Helfern, die sich an der Organisation und Durchführung der Veranstaltung beteiligen:

  • Posaunenchor Voerde
  • Tanzgruppe Stoppelhopser
  • Musikschule Voerde
  • Tanzgruppe Discomäuse
  • SchülerInnenband des Gymnasiums Voerde

Und nun habe ich die ehrenvolle Aufgabe, diesen funk-, gps- und durch Telepatie steuerbaren Buzzer zu drücken und damit den Platz auch offiziell seiner Bestimmung zu übergeben.

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

bitte nehmen Sie Platz, denn es ist Ihr Platz!

Licht an und Wasser marsch!!!

Einweihung Marktplatz Voerde

 

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