zum Inhalt | zur Hauptnavigation | zur Unternavigation |



Jugendhilfeplanung

Durch Jugendhilfeplanung sollen die Jugendämter gewährleisten, dass die Angebote und Leistungen der Jugendhilfe bedarfsgerecht zur Verfügung stehen.

Planung hat dazu die notwendigen Maßnahmen und Beschlüsse vorzubereiten und dabei die Bedürfnisse junger Menschen und ihrer Familien ebenso wie die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinden, Städte und Kreise zu berücksichtigen. Jugendhilfeplanung ist damit das zentrale Steuerungsinstrument der Jugendhilfe nach dem SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfegesetz):

  1. § 79 SGB VIII überträgt den Trägern der öffentlichen Jugendhilfe die Gesamtverantwortung für die Erfüllung aller Jugendhilfeaufgaben einschließlich der Planungsverantwortung. Diese Aufgaben werden auf örtlicher Ebene in Nordrhein-Westfalen von den Jugendämtern wahrgenommen.
  2. § 71 SGB VIII weist dem Jugendhilfeausschuss als eine herausgehobene Aufgabe die Jugendhilfeplanung zu. Damit werden die strategisch wichtigen Beschlüsse zur Jugendhilfeplanung im "politischen Raum" getroffen.
  3. § 80 SGB VIII führt Ziele und Verfahren zur Jugendhilfeplanung auf:
    • Der 1. Absatz beschreibt die Analyse von Bestand und Bedarf unter Berücksichtigung der Wünsche, Bedürfnisse und Interessen der jungen Menschen und ihrer Personensorgeberechtigten. Bei der Maßnahmeplanung ist auch Vorsorge für unvorhergesehene Bedarfe zu treffen.
    • Im 2. Absatz werden die Ziele der Jugendhilfeplanung definiert, z. B. Erhaltung des sozialen Umfeldes bei Maßnahmen, ein möglichst wirksames und vielfältiges Angebot, besondere Förderung von jungen Menschen in gefährdeten Lebensbereichen und bessere Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit.
    • § 80 Abs. 3 SGB VIII fordert die notwendige und frühzeitige Zusammenarbeit mit den anerkannten freien Trägern der Jugendhilfe im Planungsprozess. Hierzu gehören insbesondere die nach § 78 SGB VIII zu bildenden Arbeitsgemeinschaften der Jugendämter mit den anerkannten und geförderten Trägern der freien Jugendhilfe. Wesentliche Aufgabenstellung dieser Arbeitsgemeinschaften ist es, die geplanten Maßnahmen aufeinander abzustimmen, damit diese sich in möglichst effektiver Weise ergänzen.
    • § 80 Abs. 4 SGB VIII fordert in Ergänzung zu § 81 SGB VIII die Verknüpfung von Planungen und Tätigkeiten der Jugendhilfeträger mit denen anderer Institutionen, die sich auf das Leben junger Menschen und ihrer Familien auswirken (z.B. Schulplanung, Verkehrsplanung, Stadtentwicklungsplanung etc.). Dazu gehört auch die Abstimmung der örtlichen Jugendhilfeplanungen insbesondere benachbarter Jugendämter.
  4. § 80 Abs. 3 SGB VIII ermöglicht es dem Gesetzgeber über Landesrecht Anforderungen und Profil der Jugendhilfeplanung zu präzisieren. In Nordrhein- Westfalen wird die Förderung von Einrichtungen und Maßnahmen im Rahmen des Gesetzes zur frühen Bildung und Förderung von Kindern (Kinderbildungsgesetz - KiBiz NRW) und des Kinder- und Jugendförderungsgesetzes (KJFöG NRW) von der örtlichen Jugendhilfeplanung abhängig gemacht.

zum Anfang der Liste



Twitter Button